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Breisgau-Hochschwarzwald - Müllheim

16. Feb 2012 - 09:12 Uhr

Gründung der Bürger-Energiegenossenschaft Südbaden eG - Astrid Siemes-Knoblich, Bürgermeisterin in Müllheim, und Michael Benitz, Bürgermeister in Staufen, betonen die Bedeutung der Gründung - Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme am 28. Februar eingeladen

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Astrid Siemes-Knoblich, Bürgermeisterin von Müllheim, und Michael Benitz, Bürgermeister von Staufen, betonen die Bedeutung der Gründung der Bürger-Energiegenossenschaft Südbaden eG (BEGS) für die Energiewende in der Region und laden Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme ein. Jochen Fischer, Geschäftsführer Stadtwerke MüllheimStaufen, sieht gleichermaßen ökologische und ökonomische Nutzen. Gründungsversammlung am 28. Februar 2012.

Die Gründung der Bürger-Energie Genossenschaft steht kurz bevor. Zu Informationsveranstaltungen in Müllheim und Staufen sind etwa 100 Interessierte gekommen. Am 28. Februar findet im Großen Saal des Bürgerhauses Müllheim die Gründungsveranstaltung statt.

„Für die Bürgerinnen und Bürger der südbadischen Kommunen geht die Energiewende jetzt richtig los“, sagt die Müllheimer Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich, „bislang war sie in vielerlei Hinsicht noch‚ von oben’ verordnet. Der Atomausstieg auf Bundesebene, die Zielsetzungen der Landesregierung oder die Förderungen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz haben dabei schon vieles angestoßen. Künftig werden die Kommunen weit mehr Einfluss nehmen, wenn sie beispielsweise mit dem neuen Landesplanungsgesetz Standorte für Windenergie-Anlagen ausweisen können. Mit der Gründung von Bürger-Energie-Genossenschaften“, so Siemes-Knoblich weiter, „wird auch der direkte Einfluss der Bürgerinnen und Bürger wachsen. Sie können mitbestimmen, wo und welche Anlagen gebaut und betrieben werden, sie sind als Genossen unternehmerisch und finanziell beteiligt und sie gewinnen politischen Einfluss. Diese Entwicklung ist gut für die Demokratie und gut für die Energiewende. Denn die Bürgerinnen und Bürger wissen besser als Planer und Manager der großen Energiekonzerne, welche lokalen und regionalen Aspekte zu berücksichtigen sind und wo die Potentiale zur Energieerzeugung liegen. Daher begrüße ich die Gründung der BEGS und freue mich, an der Gründungsversammlung am 28. Februar teilnehmen zu können.“

„Staufen hat ein klares Signal gesetzt“, sagt Bürgermeister Michael Benitz, „wir wollen bis 2050 klimaneutral werden. Nachdem wir beim Landeswettbewerb „Klimaneutrale Kommune“ erfolgreich waren, haben wir nun eine Machbarkeitsstudie vorliegen, nach der in den Bereichen Energieeinsparung und Förderung regenerativer Energieerzeugung sehr viel Potential zum Klimaschutz steckt. Dieses Ziel,“ so Benitz weiter, „wird nicht allein im Rathaus verfolgt. Es ist ein Ziel der gesamten Bürgerschaft. Mit der Gründung der Bürger-Energiegenossenschaft werden wir nun eine weitere Möglichkeit der umfassenden und demokratischen Bürgerbeteiligung im Bereich Klimaschutz schaffen. In Staufen, aber auch in ganz Südbaden. Die Genossenschaft wird organisatorisch, unternehmerisch wie auch finanziell Rahmenbedingungen schaffen, mit denen die Energiewende in der Region maßgeblich mitgestaltet werden kann. Es wird künftig immer weniger darum gehen, ein großes Kraftwerk – früher oft gegen den Willen der lokalen Bevölkerung – durchzusetzen, sondern darum, vor Ort viele kleine und mittelgroße regenerative Anlagen zu bauen. Entsprechend brauchen wir auch nicht mehr den einen großen Konzern, sondern viele Initiativen, Planer, Unternehmer, Finanzierer und Förderer, die gemeinsam diese Anlagen entwickeln, bauen und betreiben. Die BEGS bietet beste Voraussetzungen für ein neues Netzwerk der Ideen und der Realisierung.“

„Hier im äußersten Südwesten der Republik haben wir die besten Voraussetzungen, um unsere Energie selbst zu produzieren“, sagt Werner Bundschuh, Bürgermeister von Schliengen. „Die BEGS hat das Potential, Energie aus allen Arten der regenerativen Produktion zu gewinnen: aus Photovoltaik, aus Biomasse und Klärschlamm, aus Wasserkraft und aus Windkraft. Im Vordergrund beim Klimaschutz steht für mich das Thema Energieeinsparung. Damit können wir viel Energie und Geld sparen. Daher genießt sie höchste Priorität – auch für die BEGS.“

„Lokale Projekte bieten die Möglichkeit, angepasst an die jeweiligen Bedingungen und Möglichkeiten vor Ort regenerative Energie zu produzieren“, sagt Dr. Christoph Hoffmann, Bürgermeister von Bad Bellingen. „Die Nutzung von Klärschlamm aus gemeindeeigenen Kläranlagen zur Verstromung mittels kleinerer Blockheizkraftwerke, die energetische Nutzung von Biomasse beispielsweise aus Trester-Abfällen oder kleine Photovoltaikanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. In der Summe sind sie genauso wichtig für den Klimaschutz wie Großprojekte – und sie sorgen dafür, dass das Geld in der Region bleibt. Daher freue ich mich, wenn Initiativen wie die BEGS entstehen.“

„Seit wir im vergangenen Herbst mit unserer Initiative zur Gründung der BEGS an die Öffentlichkeit gegangen sind,“ sagt Jochen Fischer, Geschäftsführer der Stadtwerke MüllheimStaufen, „haben sich schon viele Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die mitmachen wollen. Neben den Gemeinden und uns als Stadtwerke werden eine ganze Reihe von hiesigen Unternehmen und Banken, Verbänden, Initiativen und Einzelpersonen Genossinnen und Genossen werden. Die Vorteile einer Beteiligung sind vielfältig. Zum Einen ist die finanzielle Hürde niedrig, denn schon ab einer Beteiligung von 500 Euro kann man Teil der Genossenschaft werden. Außerdem,“ so Fischer, „ist die Genossenschaft eine von Grund auf demokratische Gesellschaftsform, in der jedes Mitglied – unabhängig von der Höhe der Beteiligung - eine Stimme in der Generalversammlung hat. Diese kommt auch nach der Gründung am 28. Februar einmal im Jahr zusammen und entscheidet über alle wichtigen Fragen, wählt den Aufsichtsrat und gibt für das jeweils folgende Geschäftsjahr die Richtung vor. Ein von diesem Kontrollorgan gewählter Vorstand führt die Geschäfte.“ Die Stadtwerke MüllheimStaufen haben federführend an der Gründung mitgewirkt, weil so die energiewirtschaftlichen und –politischen Initiativen zusammengebracht werden können. „Wir bieten der BEGS sechs Photovoltaikanlagen in Schliengen und Staufen zur Übernahme an“, so Fischer, „damit die Genossenschaft schon gleich in die Energieproduktion einsteigen kann. Wenn die Kapitalausstattung groß genug ist, wird die BEGS schon sehr bald auch in Wind- und Wasserkraft investieren können. Ich bin gespannt, welche Ziele und konkreten Maßnahmen die erste Versammlung bringen wird.“

Informationen zur BEGS, der Entwurf der Satzung, Beitrittsformulare, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und weitere Informationen sind online unter www.alemannenenergie.de und direkt in den Kundenbüros in Müllheim und Staufen erhältlich.

(Presseinfo: Stadtwerke MüllheimStaufen vom 16.2.12)

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