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Kreis Emmendingen - Emmendingen
6. Feb 2012 - 17:16 UhrWas steckt wirklich hinter dem Tafelberg?
| Ein Leserbrief verführt oft den Verfasser, private Interessen hinter Demagogie, Unwissenheit hinter Behauptungen zu verstecken. Die Demagogie enttarnt sich selbst, dies kann man den Lesern eines Leserbriefes ruhig überlassen. Die Unwissenheit ist nicht so offensichtlich, hier ist Abhilfe von Nöten. Beispielhaft ist der Leserbrief von einem Anlieger aus dem Gewerbegebiet über der Elz zum Thema „Tafelberg“ auf den Seiten von Regiotrends vom Samstag, den 28.01.2012. Als Mitglieder der Initiatoren Gruppe des Tafelberg-Projektes betrachten wir diesen Brief als Fragestellung zu den Aspekten dieses Projektes, worüber der Verfasser keine oder nur unzureichende Kenntnisse hat. Die Vorgeschichte ist lang, da sich die Zuständigen der Stadt und des Kreises mit der Zukunft dieser Grundstücke seit geraumer Zeit intensiv beschäftigten. Nach Schließen und Zuschütten der „Deponie“ (überwiegend Bauschutt und Hausmüll) gab es hier bereits eine Kleingartenanlage neben dem „Berg“, ein Trial-Gelände (Motocross) auf dem „Berg“ und viele Pläne für die weitere, eventuell gewerbliche Nutzung. Das Gelände wurde detailliert untersucht, diese Gutachten liegen für Alle zugänglich vor und sind Grundstein aller Vorschläge und Entscheidungen. Die flacheren Teile des Gebietes wurden für den Recyclinghof und für eine Kompostieranlage freigegeben, auch ein namhafter Gewerbebetrieb fand hier einen neuen Standort. Das Abtragen des eigentlichen „Berges“ konnte betriebswirtschaftlich nicht dargestellt werden. Man suchte hier nach intelligenteren Lösungen. Was ist das Tafelberg Projekt? Bei einem Handwerkerstammtisch im Gewerbegebiet über der Elz wurde eine Idee vorgestellt, auf die Deponie eine Aussichtsplattform für Spaziergänger in Form eines „Tafelberges“ aufzuschütten, daher der Name des Projektes. Die Teilnehmer der Veranstaltung, darunter viele Firmeninhaber und Anwohner aus dem Gewebegebiet, haben sich spontan zu einer Initiatorengruppe zusammengeschlossen, um die Idee weiter zu entwickeln. Auch der Lesebriefverfasser war bei dieser Sitzung dabei, leider aus dem Stand als Anlieger gegen das Projekt. Die Teilnehmer haben sich alle Gutachten besorgt, Vorschläge der Verwaltung studiert, die Möglichkeiten ausgewertet. Bauingenieure, Verwaltungsangestellte, Künstler und Unternehmer haben viele freie Stunden mit Konzeptfindung und gemeinsamer Bewertung der Lösungsvarianten verbracht. Hier einige Konzepte: - Aussichtsplattform „Tafelberg“ - Photovoltaikanlage mit Energiespeicher - Amphitheater mit Bühne - Einbinden in den Fahrradrundweg - Schülerlehrpfad (Pflanzenwelt …usw.) Viele Fragen sind offen, Träger, Finanzierung, Umweltverträglichkeit und Gemeinnützigkeit müssten unter einen Hut gebracht werden und dies so, dass es in einem Gewebegebiet auf einem städtischen Grundstück realisiert werden kann. Die Photovoltaikanlage, welche wir mit einem Energie- und Umwelt-Lehrpfad kombinieren wollten, ist vorerst aus finanziellen Gründen zurückgestellt, da die Fläche für rein kommerzielle Energieerzeugung zu klein ist. Die Stadtwerke haben diese Möglichkeit übrigens bereits vor unserer Initiative geprüft und kamen auf dasselbe Ergebnis. Die Kosten für die Varianten für rein kulturelle oder touristische Nutzung sind für die Stadt zu hoch und können von den Unterstützer auch nicht getragen werden. Als ersten Schritt haben wir also eine einfache und preiswerte Vorstufe eines öffentlich nutzbaren Raumes entworfen, welcher für viele Nutzungsvarianten den Weg offen lässt. Diese Idee haben wir dem Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung vorgestellt. Unsere Initiative wurde von allen Fraktionen begrüßt, die Emmendinger reagierten positiv. In einer späteren Arbeitssitzung hat die Stadt dann als Zeichen der Unterstützung beschlossen, das verwilderte Grundstück so zu modellieren und zu begrünen, dass damit die vorgeschlagenen Ziele gemeinsam weiterverfolgt werden können. Was hieraus für die Zukunft entsteht, hängt auch davon ab, wie aktiv die Bürger in dieser Initiative mitarbeiten. Die Ideen kommen also von einer Bürgerinitiative und wurden bzw. werden öffentlich diskutiert. Demokratischer geht es nicht. Zu den weiteren Sorgen des Lesebriefschreibers: - Giftmüll: Wir haben die Gutachten ausgewertet, es ist keine Giftmülldeponie, es treten keine giftigen Gase aus, es besteht keine Gefährdung, weder an der Oberfläche, noch in geschlossenen Räumen. Dies hat mit der Folie nichts zu tun, die damals ausgelegt wurde, um das Regenwasser von den Bodenschichten fernzuhalten. Es wird in den Gutachten vom Aufenthalt in geschlossenen unterirdischen Räumen abgeraten. Wir sehen keine unterirdischen Räume vor. Die Grenzwerte für Freizeitflächen werden nach heutigem Kenntnisstand an keiner Stelle überschritten. Auch der Lesebriefverfasser hätte sein neues Geschäftshaus und seinen Wohnsitz wohl nicht an die gegenüberliegende Straßenseite einer Giftmülldeponie gebaut. Es gibt ja z.B. in Freiburg neben dem Flugplatz auch einen Ex-Müllberg, der heute Naherholungsgebiet ist. Das Grundwasser rund um die Deponie wird regelmäßig beprobt und uns sind keine Überschreitungen von Grenzwerten bekannt. Hier durch vermeintliche Gefährdung von Kindern Ängste zu schüren, ist unverantwortlich. - Umweltfreundliche Technologien: Eine solare Nutzung und weitere spannende Ideen in dieser Richtung sind in Vorbereitung. Da kommerziell die Fläche nicht geeignet ist, ziehen wir hier andere Möglichkeiten in Betracht. Es wird aber nur solche Vorschläge geben, die die Veranstaltungs- und Erholungsfläche nicht erheblich reduzieren. - Beschallung (auch Wohngebiete): die Fläche wurde muldenartig ausgebildet und abgesenkt, dadurch Lärm gedämmt, es stehen keine Megalautsprecher auf einem Berg. Es wird zurzeit mit Großveranstaltungen in relevanter Anzahl nicht gerechnet, es ist auch nicht unser Ziel. Es wird aber gewollt, dass ein Verein oder eine Schule hier einen Hock macht, hoffentlich mit Musik und guter Laune. Wir, selbst Anwohner des Gewerbegebietes und unmittelbar Betroffene, würden dies begrüßen. Der „Tafelberg“ wird dem Festplatz den Rang als Lärmquelle (Zirkus, Track Show, usw.) bestimmt nicht ablaufen. Hier gehen übrigens unsere Meinungen tatsächlich auseinander. Wir sind dafür, dass in die Stadt ein bisschen mehr „Leben“ kommt, auch auf die Gefahr hin, dass es mal etwas lauter wird. Wenn es Sonntag ist, gibt es halt Fußball, dann hört man bei uns im Wohnzimmer jede Ansage. Lösung: Man macht das Fenster zu oder geht hin. - Parken und Müll: Es gibt ausreichend Parkmöglichkeiten in zumutbarer Entfernung vom Standort. Bei kleineren Veranstaltungen dürfen die Straßen des Gewerbegebietes gerne „zugeparkt“ werden, auch Firmen können Parkplätze zur Verfügung stellen. Jeder Veranstalter muss dafür sorgen, dass das Parken geregelt und der Müll entsorgt wird. Ebenso, wie in der Innenstadt und anderswo. Die Initiatoren des „Tafelberg-Projektes“ sind über die Presse namentlich bekannt und erreichbar, gerne auch für Streitgespräche, und für Gestaltungsvorschläge. Annette und László Greiner, Mitinitiatoren des Tafelbergprojektes >>> Weitere Meldungen aus der Rubrik "Bürgermeinung" anzeigen. Info von Medieninformation (03) Jeder Verfasser einer Meldung (Firma, Verein, Person...) hat zusätzlich noch SEINE eigene "Extrazeitung" bei RegioTrends! Oben auf den roten Namen hinter „Info von“ klicken. 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